Pressemeldungen
Do, 03.03.2011Konfirmanden mit Käfer abgeholt
Pfarrer Scheuer seit 25 Jahren in Visbek
"Macht es nicht zu dick!" Wilfried Scheuer, Pfarrer der ev.-luth. Kirchengemeinde Visbek-Langförden, hat den Gemeindekirchenrat gebeten, nicht zu viel Aufhebens zu machen von seinem Jubiläum. Am 01. März ist er seit 25 Jahren in Visbek. Das soll am Sonntag (6. März) von 14 Uhr an mit einem besonderen Festgottesdienst in der Emmauskirche gefeiert werden, an den sich ein Empfang im Saal Hermes anschließt.
Scheuer kam am 1. März 1986 nach Visbek und zog mit seiner Frau Marlies in das frisch renovierte Pfarrhaus. Pfarrer "mit eigener Gemeinde" war er erst drei Jahre später, nach der Probezeit. "Bis dahin hätte der Gemeindekirchenrat mich noch ablehnen können", erzählt Scheuer. "Oder ich die Gemeinde", fügt er hinzu. Doch das sei zum Glück nicht geschehen. "Ich durfte hier bleiben", und deshalb sei sein Jubiläum zugleich das der ganzen Kirchengemeinde, betont er ausdrücklich.
Es sei ein aufregendes Vierteljahrhundert gewesen, versichert der Pfarrer, der in den ersten Jahren mit der Gemeinde die Gottesdienste noch in der Bartningschen Notkirche feierte. Nebenan habe es ein bescheidenes Jugendheim mit Saal und Bühne gegeben.
Danach sei es fast Schlag auf Schlag gegangen: 1991 stand der Umbau und die Erweiterung des Gemeindehauses mit einer angemessenen Küsterwohnung an. 1996 wurde die Notkirche abgebaut und nach Litauen verschenkt. Das war zugleich der Beginn der Partnerschaft zur evangelischen Kirchengemeinde nach Sudargas. "Immer noch wie ein Wunder" sei für ihn die beispiellose Solidarität beim Kirchenneubau - auch seitens der katholischen Kirchengemeinde St. Vitus und der Katholiken in Visbek. Dank des Einsatzes des Kirchenbauvereins, vieler Spenden, Benefizveranstaltungen und Kollekten sei in einem Jahr so viel Geld zusammengekommen, dass die neue Emmauskirche habe gebaut werden können. "Heute sind wir froh darüber", so Scheuer, "dass die ursprünglichen Umbaupläne des Oberkirchenrates geplatzt sind". 1997 wurde die Kirche eingeweiht.
Ein Highlight ist für Scheuer auch die Umgestaltung des Gemeindezentrums in Langförden zur heutigen Versöhnungskirche mit dem Glockenturm. Die Zahl der Gemeindemitglieder in Langförden habe sich zur Zuzug nahezu verdoppelt, freut sich der Pfarrer. "Heute haben wir dort eigene Konfirmandengruppen, früher musste ich die Konfirmanden mit meinem alten Käfer nach Visbek holen", erinnert er sich.
Dankbar blickt er auf den ökumenischen Aufbruch mit dem damaligen Pfarrer Heinrich Timmerevers, heute Offizial in Vechta, zurück. Mit ihm sei der Kreis konfessionsverschiedener - heute konfessionsverbindender - Ehepaare aus der Taufe gehoben worden. Nicht unerwähnt lassen möchte er das "jüngste Kind der Gemeinde", die ViLa-Stiftung, die sich seit ihrer Gründung im Oktober sehr vielversprechend entwickle. "All das ist nur möglich dank eines tollen Teamgeistes in einem aktiven Gemeindekirchenrat", versichert Scheuer. Dieser Teamgeist sei es seinerzeit auch gewesen, der "mich damals schon begeistert und hier gehalten hat".
Ein Ziel für die kommenden Jahre sei die Intensivierung der Arbeit für und mit jungen Familien mit Kindern. "Damit Kirche lebendig bleibt, brauchen wir die nächste Generation", bekräftigt Scheuer. Ein großes Anliegen sei ihm auch, neben der Pflege der traditionellen Gottesdienstfeier mit liturgischen Sonderformen zu experimentieren. "Es muss ja nicht für weitere 25 Jahre sein", lacht er.
Oldenburgische Volkszeitung 01. März 2011 (Gerhard Lauer)

