Otto Bartning - Architekt der Diasporakapelle

Diasporakapelle Visbek in der Anfangszeit
Diasporakapelle Visbek in der Anfangszeit
Innenraum der Diasporakapelle
Innenraum der Diasporakapelle

Der Name Otto Bartning wird heute in Fachkreisen auf Anhieb mit seinem Notkirchenprogramm aus den frühen fünfziger Jahren in Verbindung gebracht. Otto Bartning wurde am 12. April 1883 in Karlsruhe geboren und verstarb am 20. Februar 1959 in Darmstadt. Nach dem Architekturstudium in Berlin und Karlsruhe widmete er sich schon frühbesonders dem protestantischen Kirchbau.

 

Drei Punkte prägen fast alle Entwürfe von Otto Bartning:

  • Künstlerische Gestaltung des Raumes,
  • Lösung funktionaler Probleme und
  • Suche nach einfachen Elementen und Systemen zur leichten Montage.

 

Nach dem 2. Weltkrieg erhält Bartning den Auftrag zur Errichtung von mehreren Behelfskirchen. Es entstand das Notkirchenprogramm, das so eng mit seinem Namen verbunden ist.

 

Kennzeichnend für alle Bauten aus diesem Programm ist die Serien- bzw. Fertigbauweise. Das Notkirchenprogramm entstand durch die Zerstörung vieler Gotteshäuser im 2. Weltkrieg und die Ansiedlung vieler protestantischer Flüchtlinge in überwiegend katholischen Gebieten. Allein im Oldenburger Münsterland waren es 37.000 Menschen, die als Flüchtlinge hier erste Aufnahme fanden.

 

Ob gerade die Erfahrungen Bartnings auf dem Gebiet der Montagebauweise den Ausschlag dafür gab, ihn mit dem Bau von Notkirchen, Gemeindezentren und Diasporakapellen zu beauftragen, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall war Bartning aber der richtige Architekt, der in Zeiten der Materialknappheit einfache, aber trotzdem anspruchsvolle Lösungen anbieten konnte.

 

Mit einem Stab von Mitarbeitern in der Bauabteilung des Hilfswerkes in Neckarsteinach entwickelte er mehrere Typen, die sich in Serie herstellen ließen. So entstanden zwischen 1948 und 1953 nahezu 80 Notkirchen der verschiedensten Typen. Die Gemeindezentren und Diasporakapellen waren die Fortführung des Notkirchengedankens, architekturgeschichtlich sind sie aber nicht so hoch einzuschätzen wie die Notkirchen.

 

Im Oldenburger Münsterland wurden Gemeindezentren in Steinfeld, Emstek, Garrel und Bakum gebaut.

 

 

Die Diasporakapellen sind in ihrer Konstruktionsweise und Bauweise schlichter als die Gemeindezentren. Die einzige Diasporakapelle im Oldenburger Münsterland wurde in Visbek errichtet.

 

Weitere Informationen über Otto Bartning

 

 

Die Bartningsche Diasporakapelle vor dem Abbau 1996

Die Bartningsche Diasporakapelle wurde 1996 fachmännisch abgebaut und im litauischen Sudargas wieder aufgebaut.

 

Die Bartningsche Diasporakapelle 1996
Die Bartningsche Diasporakapelle 1996
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