Amtszeit Superintendent Martin Hannasky (1945 - 1950)

Ab 1945 liegt die weitere Betreuung der sich sammelnden Visbeker Gemeinde in den Händen von Superintendent Martin Hannasky. Er ist selbst Heimatvertriebener aus Schlochau/Westpreußen und hat seinen Wohnsitz im Pfarrhaus in Vechta, wo er zugleich mit der Vertretung des noch nicht aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrten Pfarrers Mierau vom Oberkirchenrat beauftragt ist.

 

Um überhaupt Gottesdienste in Visbek halten zu können, muss Herr Hannasky den Weg von Vechta nach Visbek mit dem Fahrrad zurücklegen. An fünf Predigtstellen hält er Gottesdienste ab, an je zwei Sonntagen in Visbek, Langförden, Lutten und je einmal im Monat in Rechterfeld und Hagstedt. 

Superintendent Hannasky fühlt sich in besonderem Maße der Arbeit des Gustav-Adolf-Werkes verbunden. Seiner engen Beziehung zu dieser Organisation ist es wohl zu verdanken, dass der Gemeinde vom Gustav-Adolf-Werk ein kostbares, dreiteiliges Abendmahlsgerät gespendet wird. Dieses wird am 31. Oktober 1948 vom Landesbischof Dr. Stählin geweiht. Dieser Tag wird ein besonderer Tag im Leben der Ev.-luth. Tochtergemeinde Visbek. Sie tritt damit zum ersten Mal in der Diaspora an die Öffentlichkeit und bringt der bisher rein katholischen Bevölkerung Visbeks zum Bewußtsein, dass auch die evangelischen Christen treu zu ihrem Glauben und zu ihrem Bekenntnis stehen.

 

Zur katholischen Kirche sowie zur katholischen Bevölkerung pflegt Superintendent Martin Hannasky im Interesse seiner Gemeindeglieder ein gutes Verhältnis. Überall wird er geachtet und ist gerne gesehen.

 

In dieser Zeit erfolgen die Beerdigungen der evangelischen Gemeindeglieder auf dem katholischen Friedhof.

 

Im Laufe seiner Amtszeit hat sich zwischen den evangelischen Gemeindegliedern und ihrem Seelsorger ein herzliches Verhältnis der Verbundenheit und Treue herausgebildet. Um so größer ist die Trauer und Bestürzung, als Superintendent Hannasky am 29. April 1950 plötzlich nach kurzer Krankheit verstirbt.

 

 

Amtszeit Pfarrer Oskar Lehnert (1950)

Am 24. Juni 1950 übernimmt Pastor  Oskar Lehnert aus Steinfeld die Verwaltung der Gemeinde. Pastor Lehnert stammt aus dem Baltikum. Pastor Lehnert wirkt segensreich in der Gemeinde, zumal es für ihn gewiss nicht leicht ist, den verstorbenenen Superintendenten Hannasky zu ersetzen und sich in die Verhältnisse der weitverstreuten Gemeinde einzuarbeiten.

 

Im August 1950 erkrankt Pfarrer Lehnert infolge Überanstrengungen an einem älteren Lungenleiden.

 

 

Amtszeit Pfarrer Dr. Gerhard Defner (1950 - 1953)

Pfarrer Dr. Gerhard Defner
Pfarrer Dr. Gerhard Defner

Am 5. September 1950 wird Dr. Gerhard Defner, bisher Lehrvikar in Jever, zur Vertretung des beurlaubten Pastors Lehnert in Visbek eingewiesen. Im Jahre 1951 wird vom Oberkirchenrat die Zustimmung erteilt, eine Pfarrwohnung  (Haus Schwerter - jetzt Wohnhaus Dr. Wiens) anzumieten. Seit dieser Zeit verfügt die Gemeinde erstmalig über ein eigenes Amtszimmer, indem auch die Sitzungen des Gemeindeausschusses abgehalten werden können.

 

In Visbek finden die Gottesdienste nun regelmäßig jeden Sonntag, in Lutten und Langförden jeweils zweimal im Monat statt.

 

Ein großes Verdienst Dr. Defner's ist die Ausgestaltung der gottesdienstlichen Räume in Visbek und Lutten. Alle Entwürfe für Altarbekleidung und Paramente werden von ihm kunst- und liebevoll entworfen und von geschickten Händen der Helferinnen ohne größeren Kostenaufwand fertiggestellt.  So kann auch im katholischen Pfarrheim ein würdiger Altar aufgebaut werden und im Jahre 1952 wird ein eigenes Harmonium angeschafft.

 

Am 9. Dezember 1952 wird ein Kaufvertrag über den Erwerb eines Grundstückes zur Schaffung eines eigenen Gemeindezentrums abgeschlossen.

 

In den zwei Jahren seiner Tätigkeit in Visbek hat sich zwischen Pastor Dr. Defner und seiner Gemeinde ein Verhältnis herzlicher Verbundenheit herausgebildet. Die Visbeker sehen ihn mit großem Bedauern scheiden, als er am 11. Januar 1953 seine Abschiedspredigt hält, nachdem er eine Pfarrstelle in Wildeshausen übernommen hat.

 

 

Amtszeit Pfarrer Hermann Pawelke (1953 - 1964)

Parrer Hermann Pawelke
Parrer Hermann Pawelke

Pfarrer Hermann Pawelke tritt seinen Dienst in der Gemeinde am 15. Januar 1953 an.

Mit großer Energie leitet Pfarrer Pawelke die notwenigen Baumaßnahmen für den Bau einer Diasporakapelle ein. Der Bau wird nach den Plänen des Hilfswerks der Evangelischen Kirchen in Deutschland von der Bauabteilung Neckarsteinach, von Professor D. Dr. Otto Bartning entworfen und geleitet.

 

Die Kosten betragen 49.141,89 DM. Davon werden 19.000,00 DM von der Amerikanischen Sektion des Lutherischen Weltbundes gespendet. Von der Oldenburgischen Landeskirche werden 27.500,00 DM zur Verfügung gestellt. Die evangelische Kirchengemeinde Visbek hofft, durch eigene Spenden den Rest des Geldes aufbringen zu können.

 

Die Baugenehmigung wird Ende August 1953 erteilt. Zuerst wird der Friedhof angelegt, damit die Toten nicht länger auf dem alten katholischen Friedhof beerdigt werden müssen. Da die Gemeinde noch über keine eigene Leichenhalle verfügt, werden die Verstorbenen weiterhin in der katholischen Leichenhalle auf dem neuen Friedhof an der Ahlhorner Straße aufgebahrt.

 

Mitte Oktober 1953 treffen die ersten Lastwagen mit den Fertigteilen der Bartningschen Diaspora-Kapelle in.

 

 

Grundsteinlegung am 05. Oktober 1953
Grundsteinlegung am 05. Oktober 1953
Richtfest am 24. Oktober 1953

Die Grundsteinlegung findet am Montag, dem 5. Oktober 1953, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt.  Das Richtfest kann bereits am 24. des gleichen Monats gefeiert werden.

Weihe der Bartningschen Notkirche 1953
Weihe der Bartningschen Notkirche 1953

Die Diaspora-Kapelle wird am 2. Sonntag im Advent, am 6. Dezember 1953, geweiht. Dieser Tag ist ein großer Festtag für die evangelische Vertriebenengemeinde. Mit der Kirchweihe ist auch die Glockenweihe und die Friedhofsweihe verbunden. Die Glocke trägt als Inschrift den Text: "Werfet Euer Vertrauen nicht weg".

 

Nun ist ein Kirchenzentrum geschaffen und am 1. April 1954 wird Visbek - bisher Tochtergemeinde - zur Kapellengemeinde erhoben. Mit Wirkung vom 18. September 1955 wird die bisherige Kapellengemeinde durch den Oberkirchenrat in Oldenburg zu einer selbständigen Pfarrgemeinde erhoben.

 

Die Leichenhalle auf dem Friedhof der evangelischen Kirchengemeinde wird am 24. Juli 1955 eingeweiht.

 

Im Mai 1956 erfolgen die Ausschreibungen zum Bau eines Pfarrhauses. Das Richtfest findet am 2. August 1956 statt und am 2. Adventssonntag 1956 geweiht.

 

Seit dem 2. Oktober 1960 ist die Kirchengemeinde im Besitz einer kleinen, von Alfred Führer erstellen Orgel.

 

Im Februar 1962 beginnen die Beratungen des Gemeindekirchenrates über den Bau eines Jugendheimes ( später Gemeindehaus). Dieser Bau soll neben Räumen für Jugend- und Gemeindeveranstaltungen auch eine Küsterwohnung enthalten. Das Richtfest des Jugendheimes kann am 21. Mai 1964 begangen werden.

 

Im November 1964 wird Pastor Pawelke nach Fedderwardengroden gewählt. Durch seine Wahrhaftigkeit und Freundlichkeit und in seinem Bemühen um alle baulichen Aufbauarbeiten ist ihm die Gemeinde zu Dank verpflichtet.

 

Am 12. Januar 2004 verstirbt Pfarrer Hermann Pawelke in Wuppertal.

 

 

Amtszeit Pfarrer Gerhard Bergner (1965 - 1985)

Pfarrer Gerhard Bergner
Pfarrer Gerhard Bergner

Nach 6-monatiger Vakanzzeit wird am 19. April 1965 Pfarrer Gerhard Bergner durch Oberkirchenrat Höpken feierlich in sein Amt eingeführt. Pfarrer Bergner kommt aus der Norddeutschen Mission in Bremen und war dort stellvertretender Missionsdirektor. Bedingt durch seine Missionsreisen ist es nicht verwunderlich, dass sich seine Einführung in einem internationalen und ökumenischen Rahmen vollzieht. So sind Gäste aus Togo, Ghana, Japan und Kalifornien anwesend. Seither pflegt die Gemeinde auch starke Kontakte zur Ökumene und zur Weltmission.

 

Als Pfarrer der Kirchengemeinde nimmt Pfarrer Bergner auch das Amt eines Missionsbeauftragten der Oldenburgischen Landeskirche, des Geschäftsführers der Missionskammer sowie des Sekretärs der Norddeutschen Ev. Arbeitsgemeinschaft der Weltmission wahr. So sind in der Gemeinde oftmals Gäste aus den Missionsgebieten anzutreffen. 

 

Durch die Einführung des Familiengottesdienstes ist es den Familien mit kleineren Kindern möglich, am sonntäglichen Gottesdienst teilzunehmen.  Die Kinder nehmen während der Eingangsliturgie am Gottesdienst teil und verlassen dann mit ehrenamtlichen "Kindergottesdiensthelfern" vor der Predigt den Gottesdienst, um einen kindgerechten Gottesdienst zu erleben.

 

Am 12. September 1965 wird erstmalig ein "Kirchbus" eingesetzt, um die auf 16 Bauerschaften Visbeks verteilten Gemeindeglieder zum sonntäglichen Gottesdienst abzuholen. Nach dem Gottesdienst finden sich die Gemeindeglieder meist vor der Kirche zusammen, um sich zu unterhalten, Neuigkeiten auszutauschen oder auch Probleme zu besprechen, da in der Woche bedingt durch die weiten Entfernungen dazu kaum Gelegenheit besteht.

Dadurch entsteht die Idee, einen "Kirchkaffee" im Gemeindehaus ins Leben zu rufen, der bis heute eine feste und willkommene Einrichtung geblieben ist und gerade Neubürgern eine Möglichkeit zum besseren Kennenlernen bietet.

 

Im Jahre 1965 wird der Jugendheimbau abgeschlossen, so dass das Gemeindezentrum Visbek nun aus Kapelle, Friedhof, Leichenhalle, Pfarrhaus, Spielwiese und Jugendheim mit Küsterwohnung besteht.

 

In einem Gemeindegottesdienst 1967 sendet Oberkirchenrat Höpken Pfarrer Bergner zu Verhandlungen mit afrikanischen Kirchen und Missionsarbeitern nach Ostafrika aus. Während des Missionsreisen versieht der Apotheker und Kirchenälteste  Gottfried Selling vertrauensvoll die Dienstgeschäfte. Das Gemeindeleben verändert sich. Durch die Einführung es Familiengottesdiensts ist es den Familien mit kleineren Kindern möglich, am sonntäglichen Gottesdienst teilzunehmen. Der Kindergottesdienst hat in den Anfängen auch die Form einer christlichen Unterweisung für die Kinder, die aus den Bauerschaften kommen und dort in der Woche keinen Religionsunterricht haben.

 

Im September 1968 wird Pfarrer Gerhard Bergner durch Oberkirchenrat Heinrich Höpken zu einem Besuch der evangelischen Kirchen Tansanias ausgesandt. In dieser Zeit übernimmt Pastor Struß aus Goldenstedt die pfarramtliche Vertretung.

 

In der Gemeindearbeit wird die Frauenhilfe als Frauenstunde weitergeführt. Es finden sich Frauen aus den verschiedenen Bauerschaften in Visbek zu einem Gedankenaustausch zusammen. Darüberhinaus betreuuen und besuchen sie ältere Leute im Dorf, führen kirchliche Sammlungen durch und teilen dem Pfarrer mit, wo seelsorgerliche Hilfe von Nöten ist. In den Wintermonaten finden regelmäßig Gemeindeabende mit wechselnden Themen statt.

 

Beim alljährlichen Adventskaffee im Saale Hermes wird besonders für die älteren Gemeindeglieder ein Adventsnachmittag gestaltet. Gemeindeausflüge waren ebenfalls sehr beliebt. 

 

Der erste gemeinsame Gottesdienst beider Konfessionen in der Geschichte Visbeks wird am 30. August 1969 in der katholischen St.-Vitus-Kirche anlässlich des Jubiläums "1150 Jahre Visbek" abgehalten.

 

Konfirmanden 1968 mit Pfarrer Bergner
Konfirmanden 1968 mit Pfarrer Bergner

Am 28. Mai 1972 wird in Langförden ein eigenes Gemeindezentrum eingeweiht sowie in Visbek eine Erweiterung des Friedhofs vorgenommen.

 

Die kleine evangelische Schule wird 1974 aufgelöst. Die evangelischen Schüler besuchen nun die katholische Grundschule. Allerdings fehlt es dort am evangelischen Religionsunterricht. Schulrat und Schule wünschen sich einen evangelischen Lehrer.

 

Die Verwaltungsgeschäfte der Kirchengemeinde werden ab dem 22. August 1974 vom Rentamt in Cloppenburg durchgeführt, nachdem Fräulein Ehrentraud Heinrich (später: Frau Rosenow) das Rechnungsführeramt abgegeben hat.

Am 1. Juni 1974 tritt eine mehrteilige, ausführliche Friedhofssatzung in Kraft.

 

Das Visbeker Krankenhaus "St.-Vitus-Stift" wird Ende 1975 zu einer Fachklinik für suchtkranke Frauen umgewandelt. Der Gemeindekirchenrat beschließt am 27. Oktober, in Visbek künftig ausschließlich Traubensaft beim Abendmahl auszuschenken, um den betroffenen Frauen der Klinik und unseren alkoholkranken Mitbürgern eine uneingeschränkte Teilnahme am Heiligen Abendmahl zu ermöglichen.

 

Die erste Gemeindefreizeit auf Mallorca wird vom 25. Januar bis 1. Februar 1976 durchgeführt. Aus einer scherzhaften Unterhaltung wird Wirklichkeit und Pfarrer Bergner hält Wort. Die ersten 12 Teilnehmer dieser Freizeit sind begeistert. Weitere Mallorcareisen folgen.

 

Mit einem Festgottesdienst am zweiten Adventssontag, dem 10. Dezember 1978, gedenken die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde des 25jährigen Bestehens ihrer Diasporakapelle.

 

Der Glockenstuhl der Diasporakapelle muss 1981 gänzlich erneuert werden, weil das in der Nachkriegszeit verwendete Bauholz verrottet ist.

 

Für seinen vorbildlichen Einsatz für die Heimatvertriebenen und seine vielseitige ehrenamtliche Tätigkeit in seiner zweiten Heimat Visbek hat der Bundespräsident dem Visbeker Apotheker Gottfried Selling am 23. Dezember 1981 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

 

Am 26. März 1984 teilt Pfarrer Bergner dem Gemeindekirchenrat seine Ruhestandsabsichten mit und seine Bereitschaft, bei Vakanz auf Wunsch der Gemeinde bis zum 31. Dezember 1985 eingeschränkt zur Verfügung zu stehen.

 

Nach Abschluss seines Theologiestudiums 1985 ist Hartmut Schwarz der erste aus der evangelischen Gemeinde hervorgegangene Theologe.

 

Mit einem Predigtgottesdienst und einer anschließenden Kaffeetafel im Saal Hermes werden am 14. Oktober 1985 Pfarrer Gerhard Bergner und seine Frau Wilma unter großer Beteiligung der Gemeinde von der Kirchengemeinde Visbek-Langförden verabschiedet.

 

Die Gemeinde dankt Pfarrer Bergner und seiner Frau für die vielen Jahre treuen Dienstes, in denen das seelsorgerliche Gespräch und die Verkündigung Gottes sein Hauptanliegen gewesen sind.

 

In der Vakanzzeit wird das Pfarrhaus erweitert und grundlegend renoviert. Die Baubetreuung hat auf Gemeindeseite der Kirchenälteste Erwin Kampowski.

 

Amtszeit Pfarrer Wilfried Scheuer (Seit 1. März 1986)

Pfarrer Wilfried Scheuer
Pfarrer Wilfried Scheuer

Seit dem 1. März 1986 versorgt Pfarrer Wilfried Scheuer die Pfarrstelle als Vikar. Nach seiner Ordination am 16. März übernimmt er die Verwaltung der Pfarrstelle am 01.04.1986. Am 23. März 1986 stellt ihn sein Vorgänger, Pfarrer Bergner, in den Gottesdiensten in Langförden und Visbek der Gemeinde vor. Er soll zunächst seine 3jährige Hilfspredigerzeit in Visbek verbringen.

 

Nach Abschluss seiner Hilfspredigerzeit wird er zum 1. Juli 1989 zum neuen Pfarrer der Gemeinde gewählt. 

 

Seit Advent 1987 erscheint der "Regenbogen" als Gemeindebrief für Visbek-Langförden. Im Jahre 1990 übernahmen Lektoren regelmäßig Lesungen in den Gemeindegottesdiensten und wurden an der Austeilung des Heiligen Abendmahls beteiligt. In diesem Jahren wurden neue Versuche in der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen am Gemeindeleben unternommen (Jugendgottesdienste, Gestaltung von Jugendräumen etc).

 

Am 16. Juni 1991 wurde das erweiterte und neu renovierte Gemeindehaus feierlich eingeweiht. Nach jahrelanger Planung und mit viel ehrenamtlichen Einsatz schuf die Gemeinde sich für ihr gemeinschaftliches Leben ein neues Zuhause.  Es war ein Erlebnis zu sehen, wie Menschen der verschiedenen Generationen hier mit Hand anlegten. Diese Baumaßnahme war für die Kirchengemeinde ein personeller und finanzieller Kraftakt, der aber auch gemeinschaftsbildend wirkte.

 

In diesen Jahren zogen die ersten Spätaussiedler aus der früheren Sowjetunion in unser Gemeindegebiet. So führten wir 1994 den ersten Glaubenskurs für Spätaussiedler durch. Seit dem wurden immer wieder auch erwachsene Gemeindeglieder nach einem solchen Kurs getauft oder konfirmiert. Unsere Gemeindegliederzahl wächst in dieser Zeit stärker als in den Jahren davor.

  

Vikarin Andrea Frerichs
Vikarin Andrea Frerichs

Andrea Frerichs wird 1996 vom Oberkirchenrat als erste Vikarin Pastor Scheuer zur Ausbildung zugewiesen. Sie erlebt hier eine spannende Zeit.

 

Im April wird nach langen Verhandlungen und Planungen die Bartningsche Notkirche binnen einer Woche mit viel ehrenamtlichen Einsatz und Beteiligung von litauischen Handwerkern abgebaut und nach Sudargas in Litauen umgesetzt.  Eine dynamische Bauphase beginnt nun.

 

 

Vikarin Frerichs, Pastor Meyer, Pastor Scheuer und Bischof Sievers am Einweihungstag
Vikarin Frerichs, Pastor Meyer, Pastor Scheuer und Bischof Sievers am Einweihungstag
Geschmückte Emmauskirche
Geschmückte Emmauskirche

Unsere neue Emmauskirche entsteht binnen einen Jahres und wir am 29. Juni 1997 von Bischof Sievers eingeweiht. Dies wird bewegendes und großes Fest. Der neue Kirchraum kann die teilnehmenden Menschen nicht fassen. Vorausgegangen sind Jahre der Planungen, der Gründung eines Kirchbauvereins, einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit unter Beteiligung von Presse, Rundfunk und Fernsehen und unter Beteiligung vieler Menschen.

 

Die katholische Kirchengemeinde, vorneweg ihr damaliger Pfarrer Heinrich Timmerevers, (heute Weihbischof in Vechta) nahm regen Anteil an dieser Entwicklung und unterstützte uns ideell und materiell. Dass in der Kürze dieser Zeit unsere Kirche nach einem Entwurf des Büros Grundmann und Hein aus Hamburg vollendet und komplett finanziert werden konnte, danken wir daneben auch der Gemeinde Visbek,  dem Oberkirchenrat in Oldenburg, dem Förderverein unter dem Vorsitz der Kirchenältesten Doris Fangmann und vielen engagierten Einzelpersonen. Hervorragende Dienste bei der Planung leistete ein von Erwin Kampowski detailgetreu angefertigtes Holzmodell der neuen Kirche.

 

Letztlich war es wohl eine Fügung Gottes, die uns dieses Geschenk bereitete, von dem wir noch kurze Zeit vorher nicht zu träumen wagten.

 

Im August wird in Sudargas unsere frühere Kirche neu eingeweiht. Wir können mit ca. 30 Personen an diesem besonderen Ereignis teilnehmen. Es entsteht eine intensiver werdende freundschaftliche Beziehung zu den Menschen in Sudargas.  Wir Visbeker freuen uns, dass unsere alte Kirche weiterhin genutzt wird und einer Gemeinde dient.

 

In diesen Jahren entwickelt sich ein vielfältiges gottesdienstliches Leben mit besonderen Familiengottesdiensten und einem regelmäßigen Wochenschlussgottesdienst (seit 1987) in Langförden, um den Gemeindegliedern neben den frühen Sonntagsgottesdiensten eine zeitliche Alternative zu bieten.  Hierdurch vergrößert sich die gottesdienstfeiernde Gemeinde  in Langförden deutlich.

 

1998 entsteht ein Hilfsfond "Pfarrvikarin", um für eine Übergangszeit bis zur Festanstellung unsere bisherige Vikarin in unserer Gemeinde weiter zu beschäftigen. Dies gelingt bis zu ihrer Übernahme in den Dienst in der Kirchengemeinde Dinklage.

 

Am 20. Dezember 1999 wird in Langförden ein Lichterfest mit hunderten von Kerzen im Zusammenhang mit dem Jahrtausendwechsel gefeiert. Wir verbinden das evangelische Gemeindezentrum mit der katholischen Kirche durch eine lange Prozession. Dies ist der Beginn einer intensiveren ökumenischen Zusammenarbeit in diesem Gemeindeteil. 

 

 

Das Ökumenische Evangeliar
Das Ökumenische Evangeliar

Im Jahre 2000 feiern wir in Visbek ein ökumenisches Taufgedächtnis und schreiben (ca. 100 Gemeindeglieder der beiden Kirchengemeinden) ein Ökumenisches Evangeliar, das seitdem jahrweise wechselnd in den Kirchen ausliegt.

 

In der Emmauskirche werden junge Pastorinnen und Pastoren von Bischof Krug ordiniert. U. a. unsere Pfarrvikarin Andrea Frerichs und Christian Scheuer (Bruder unseres Pastors). Vikarin Kerstin Kessler beginnt ihr Vikariat in unserer Gemeinde.

 

Organistin Inge Müller
Organistin Inge Müller

Nach 30 Jahren geht im Jahre 2001 Frau Inge Müller als Organistin unserer Kirchengemeinde in den Ruhestand und wird feierlich verabschiedet. Sie bleibt unserer Gemeinde als Aushilfe und treue Gottesdienstteilnehmerin weiterhin verbunden.

 

Pfarrer Heinrich Timmerevers empfängt die Bischofsweihe und wird Weihbischof in Vechta. In seiner Amtszeit hier ist das ökumenische Miteinander Schritt für Schritt beharrlich und mit großer Intensität ausgebaut worden. Als Ausdruck der Verbundenheit läuten die Glocken unserer Kirche zur Bekanntgabe seiner Bischofsernennung.

 

Die Partnerschaft mit Sudargas in Litauen hat sich soweit intensiviert, dass bei einem Besuch dort eine Partnerschaftsurkunde unterzeichnet wird. Hilfstransporte und bewegende gegenseitige Besuche begleiten unseren Weg.

 

Im Jahre 2002 wird eine länger geplante große Friedhofssanierung und -erweiterung durchgeführt und abgeschlossen. Auch hier beteiligen sich viele Ehrenamtliche und Firmen an der Umsetzung der Pläne des Landschaftsarchitekten Mindermann aus Hude. Neben dem alten und neuen Friedhofsteil wird zusätzlich ein pflegeleichtes Rasenfeld als Begräbnisstätte angeboten.

 

Der Verein "Hilfe für Sudargas e.V" unter dem Vorsitz unseres Kirchenältesten Hartmut Ramke wird gegründet und beginnt eine Vielzahl von Aktivitäten.

Vikar Wolfgang Tonner
Vikar Wolfgang Tonner

Im Jahre 2003 wird Wolfgang Tonner neuer Vikar unserer Gemeinde. Er gründet unseren Kirchenchor.

 

Wir fahren gemeinsam mit den katholischen Nachbargemeinden als größte Oldenburger Gruppe zum 1. Ökumenischen Kirchentag nach Berlin mit 149 Teilnehmern. Die Gruppe wird begleitet von Pfarrer Netzler (dem Nachfolger des jetzigen Weihbischofs), Manfred Quatmann (Pastoralreferent in Langförden) und Pastor Scheuer. Die Gruppe erlebt intensive und bewegende Tage in Berlin.

 

 

 

Ökumenisches Pfarrfest mit den Mitgliedern des Ökumenischen Rates
Ökumenisches Pfarrfest mit den Mitgliedern des Ökumenischen Rates; v. li. Pfarrer Mike Netzler, Dieter Grzabka, Doris Fangmann, Elisabeth Deeke, Dieter Weber, Pfarrer Scheuer

Ein weiterer Höhepunkt dieses Jahres ist das 1. Ökumenische Gemeindefest im Visbeker Park. Eine Brücke als Zeichen der Verbindung macht allen deutlich, woran wir arbeiten. In Langförden wird im Spätsommer der "Jedermann" unter der Regie von Dr. Sigrid Heising als gemeinsames Projekt der beiden Kirchengemeinden aufgeführt.  2003 geht als ein Jahr bedeutender ökumenischer Ereignisse in unsere Gemeindegeschichte ein.

 

Am 12.Januar 2004 verstirbt unser früherer Pfarrer Hermann Pawelke in Wuppertal.

 

In Langförden beginnen Planungen unser Gemeindezentrum zu einer kleinen Kirche umzugestalten. Viele Aktionen werden durchgeführt, auch um Geld zum Ankauf eines uns angebotenen Glockenturmes zu sammeln. Das Jahr ist geprägt von vielen Planungen, besonders in Langförden.

 

Glockenturm in Langförden
Glockenturm in Langförden

Wir können unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit  2005 unseren aus Hamburg-Langenfeld gebraucht gekauften Glockenturm in Langförden aufstellen lassen. Unsere Gemeindeglieder, Geschäftsleute und Langfördener Vereine, sowie auch die Stadt Vechta unterstützen uns nach Kräften. Beeindruckend ist eine eigens initiierte Aktionswoche der Langfördener Vereine, die einen Überschuss von 4.706,00 EUR erbrachte.

 

In Visbek feiern wir am 1. Mai das Gustav-Adolf-Fest unserer Landeskirche. Gastprediger ist der litauische Bischof Mindaugas Sabutis.

 

Wir planen 2006 intensiv gemeinsam mit der Bauabteilung und Prof. Grundmann aus Hamburg (Architekt der Emmauskirche) die Neugestaltung des Innenraumes unserer Langfördener Kirche. In Visbek legen wir viel Engagement in die Planung eines großen Gemeindefestes, dessen Überschuss von 6.298,91 EUR der Renovierung der kath. St.-Vitus-Kirche zugute kommt.  Wir bedanken uns hiermit auch noch einmal für die große Unterstützung 10 Jahre zuvor bei dem Bau unserer Emmauskirche durch die kath. Kirchengemeinde.

 

Im Jahre 2007 wird der Innenraum unserer Langfördener Kirche renoviert. Er wird kirchengemäßer gestaltet, bekommt einen neuen Altar, eine Kanzel, einen Osterleuchter und erstmals ein eigenes Taufbecken. Der bisherige Altar wird der Kirchengemeinde in Ahlhorn übergeben.

 

Kreispfarrer Möllmann wird verabschiedet
Kreispfarrer Möllmann wird verabschiedet

Mit einem großen Fest feiern wir das 10jährige Bestehen unserer Emmauskirche, verabschieden den bisherigen Kreispfarrer Möllmann und nehmen Abschied von unserem Kirchenkreis, der mit dem bisherigen Kirchenkreis Cloppenburg zum Kirchenkreis "Oldenburger Münsterland" fusioniert wird. 

 

In Sudargas nehmen wir an den Feiern zum 10jährigen Jubiläum der dortigen Emmauskirche teil.  In Langförden beginnen die Arbeiten an der Neugestaltung der Außenanlagen.  Unser bisheriges Gemeindezentrum heißt nun Ev.-luth. Versöhnungskirche Langförden. Dieser Name wird mehrheitlich bei einer Gemeindegliederbefragung nach einem Gottesdienst gewählt.

 

In einem intensiven Prozess, der eine Befragung unserer Gemeindeglieder beinhaltete und von der Gemeindeberatung angeleitet wurde, wird vom Gemeindekirchenrat eine Gemeindekonzeption erarbeitet. In einem Adventsgottesdienst werden die Konzeption und besonders die Leitsätze vorgestellt.

 

Im Jahr 2008 beschäftigt uns besonders die Öffentlichkeitsarbeit. Wir erarbeiten unter Anleitung von Pfarrer  Hans-Werner Kögel aus Oldenburg (Gemeindebriefberater) ein eigenes Logo. Dieses stellen wir am 29. Juni während unseres Gemeindefestes vor. Unsere gesamte Öffentlichkeitsarbeit steht auf dem Prüfstein und wird im Bezug auf unser Logo neu durchdacht und gestaltet. So erhalten wir neue Schaukästen mit dem Logo und dem Namen unserer Kirchen.

 

Unser Verein "Hilfe für Sudargas e.V." unterstützt 2009 finanziell gemeinsam mit dem Gustav-Adolf-Werk und dem Martin-Luther-Bund die Sanierung der Emmauskirche in Sudargas. Durch Baumängel war ein Giebel vom Einsturz bedroht. Herr Ramke und ein Baufachmann unterstützten unsere litauischen Partner bei der Sanierung dieses Giebels und der gesamten Kirche. Sie strahlt zu unserer Freude in neuem Glanz. 

 

 

Ein von Inge Müller gestaltetes Segel unserer Kirchengemeinde auf dem Bremer Kirchentag
Ein von Inge Müller gestaltetes Segel unserer Kirchengemeinde auf dem Bremer Kirchentag
Pilgergruppe vor dem Felsendom
Pilgergruppe vor dem Felsendom

In Bremen fand der Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Wir beteiligten uns mit einem eigenen Stand am Abend der Begegnung und verkauften Kilmerstuten. Ein schönes Erlebnis, einmal auch mitgestaltend an einem Kirchentag teilzunehmen.

 

Von Pfarrer Scheuer wird eine Pilgerfahrt nach Israel angeboten. Insgesamt nehmen 30 Teilnehmer aus unserem Kirchenkreis daran teil und kommen beschenkt mit neuen Eindrücken zurück nach Deutschland.

  • RSS
  • Zum Seitenanfang
  • Seite drucken

© 2010 Ev.-luth. Kirchengemeinde Visbek-Langförden | Eichendorffstr. 1 | 49429 Visbek | Tel.: 04445-2879 | E-Mail: info@No Spamgemeinsamaufdemweg.de